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Besuch im Township-Projekt "Walk in the light"

15. Dezember 2019: unsere Schatzmeisterin Annemarie und ihr Freund Sandor verbrachten bei ihrem Besuch im Oktober 2019 auch einige Tage im Township-Projekt „Walk in the light“. Die Sozialarbeiterin Phindile war sehr dankbar für die Unterstützung bei Hausbesuchen und Besorgungen. Gemeinsam besuchten sie insgesamt 9 Familien mit schweren Schicksalen, von denen wir euch in diesem Newsletter berichten.

Die Kinder im Township freuten sich über Kuscheltiere und Süßigkeiten.

Im Gepäck hatten Annemarie und Sandor einige Hilfsgüter aus Deutschland, unter anderem ca. 100 gespendete Brillen. Mit Hilfe eines selbst gebastelten Sehtests verteilten sie diese in den Familien im Township. Die Freude war riesig, vor allem bei den Großmüttern, die nun wieder nähen und ihre Enkelkinderschar beobachten können. Die Kinder freuten sich besonders über kleine Kuscheltiere, Kindersonnenbrillen und Gummibärchen. Ein Großteil der Kinder im Township besucht eine lokale Schule, aber leider sieht man immer noch Straßenkinder, für die „Walk in the light“ versucht, Pflegefamilien zu finden.

Kwa-Zulu-Natal ist mit 40-50% die südafrikanische Provinz mit der höchsten HIV-positiv-Rate weltweit. Auch wenn die Lebenserwartung der Betroffenen durch besseren Zugang zu HIV-Medikamenten erfreulicherweise steigt, bringt die Erkrankung - neben der immer noch problematischen Stigmatisierung - noch weitere gesundheitliche Probleme mit sich. Das beobachten wir nicht nur in unseren südafrikanischen Projekten, sondern wurde auch in internationalen medizinischen Studien belegt: Die HIV-Infektion ist mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko assoziiert. Das bedeutet, dass viele HIV-Infizierte Schlaganfälle erleiden - auch sehr junge Menschen.

Zudem haben die HIV-Infizierten oft epileptische Anfälle durch Infektionen des zentralen Nervensystems oder als Folge eines Schlaganfalls. Die Versorgung dieser Patienten ist im Township nahezu unmöglich. Das größte Problem sind die fehlenden Transportmöglichkeiten zu Kliniken, aber es mangelt auch an Hilfsmitteln wie Rollstühlen oder Windeln und an Physiotherapie. Die Betroffenen sind meistens nicht in der Lage zu arbeiten, was zur hohen Arbeitslosenquote im Township beiträgt.



Die typischen Kleinbus-Sammeltaxis im Township nehmen kranke Menschen oder Rollstuhlfahrer oft nicht mit, sodass die Patienten nicht zu ihren Arzttermine oder ins Krankenhaus fahren können. Da der alte Landrover des Township-Projektes schon vor einiger Zeit endgültig den Geist aufgegeben hat, und bisher kein Ersatz erworben werden konnte, sind die Transporte der Township-Bewohner zu Kliniken und Behörden, sowie die Hausbesuche in dem teilweise unwegsamen Township-Gelände ein enormes Problem. Mit dem Mietauto von Annemarie und Sandor wurden daher Krankentransporte und Großeinkäufe für die nächsten Monate erledigt. Auf der Einkaufsliste standen u.a. Erwachsenen-Windeln, Lebensmittel und Hygieneartikel, welche von den Familien dankbar entgegengenommen worden. Für 40 Euro kann z.B. eine 4-köpfige Familie einen Monat lang versorgt werden.

Leider hat „Walk in the light“ in 2019 gleich mehrere Rückschläge einstecken müssen. Zum einen gab es im März einen furchtbaren Raubzug, bei dem Farmequipment und Einrichtungsgegenstände des Gemeindezentrums sowie der Mitarbeitenden gestohlen wurden. Zum anderen hatte der Projektleiter Bruce im Mai und August mit illegalen Landbesetzungen zu kämpfen. Auch die Gewaltbereitschaft der Menschen hat zugenommen, so dass Bruce und sein Team eine unglaublich schwere und beängstigende Zeit erleben mussten. Annemarie und Sandor konnten aus Sicherheitsgründen auch nicht im Projekt übernachten. Hoffen wir, dass sich die Sicherheitslage bei "Walk in the light" zeitnah bessert.

Die Arbeit auf der projekteigenen Farm, wo Rosengeranien und Rosmarin zur Gewinnung ätherischer Öle angebaut werden, ist aufgrund der anhaltenden Dürreperiode mühsam. Zu allem Überfluss ging kurz vor Beginn der Pflanzsaison der Kühler des Traktors kaputt. Glücklicherweise konnten Annemarie und Sandor einen neuen besorgen und der Traktor leistet nun wieder gute Dienste beim Umpflügen der Felder. Die wohlduftenden Naturkosmetikprodukte der Marke „Sonatur“ können zugunsten des Township-Projektes online erworben werden (www.sonatur.co.za) - vielleicht eine schöne Idee für alle, die noch ein Weihnachtsgeschenk mit gutem Zweck suchen …


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